Fassadenreinigung: Kosten, Verfahren & Beispiele
Fassadenreinigung Kosten pro m²: Algen vs. hartnäckig, Niederdruck vs. Hochdruck, Höhe & Hubsteiger, Imprägnierung, Beispielobjekte und Steuerbonus.
Aktualisiert am 29. Juni 2026
Wann sich eine Fassadenreinigung lohnt
Deine Fassade wird über die Jahre von Regen, Abgasen, Staub und vor allem von Algen und Grünbelag gezeichnet. Das ist nicht nur eine Frage der Optik: Dauerhafte Feuchtigkeit und Bewuchs können die Oberfläche belasten. Eine Reinigung lohnt sich vor allem, wenn Deine Fassade sichtbar verschmutzt oder vergrünt ist, bevor ohnehin ein Anstrich geplant ist, oder wenn ein wasserabweisender Schutz aufgebracht werden soll.
Dieser Ratgeber zeigt Dir, womit Du bei den Kosten rechnen musst, welche Verfahren es gibt, wie sich Höhe und Hubsteiger auswirken – und an zwei durchgerechneten Beispielen, was am Ende auf der Rechnung steht.
Was eine Fassadenreinigung kostet
Als grobe Orientierung gelten folgende Richtwerte (netto). Wichtig: Das sind keine Festpreise, sondern eine erste Einordnung. Den echten Preis bekommst Du erst nach einem kurzen Blick auf Untergrund, Verschmutzungsgrad, Fläche und Höhe.
| Leistung | Preisspanne (netto) |
|---|---|
| Fassadenreinigung gesamt | 8–20 € / m² |
| Imprägnierung (Aufpreis) | 5–15 € / m² |
| Mindestauftrag | ab ca. 290 € |
Die wichtigsten Kostenfaktoren
- Untergrund: Glatte, dichte Flächen sind günstiger als saugende oder strukturierte.
- Verschmutzungsgrad: Leichter Algenfilm ist schneller weg als dicker, alter Grünbelag.
- Verfahren: Schonender Niederdruck ist günstiger als aufwendige Strahl- oder Spezialverfahren.
- Fläche: Größere Flächen senken den Quadratmeterpreis, weil sich Anfahrt und Rüstkosten verteilen.
- Höhe: Arbeiten mit Gerüst oder Hubsteiger erhöhen den Aufwand spürbar.
- Zusatzleistungen: Eine Imprägnierung im Anschluss kostet extra, spart aber später.
Die m²-Preismatrix im Detail
Damit Du die Spanne von 8 bis 20 € einordnen kannst, hilft eine genauere Aufschlüsselung. Zwei Dinge entscheiden am stärksten: was entfernt wird (leichter Algen-/Grünbelag oder hartnäckige, alte Verschmutzung) und wie gearbeitet wird (schonender Niederdruck oder kraftvoller Heißwasser-Hochdruck). Dazu kommt die Höhe als Aufschlag.
| Verschmutzung | Niederdruck (schonend) | Heißwasser-Hochdruck |
|---|---|---|
| Algen / Grünbelag (leicht–mittel) | 8–12 € / m² | 10–14 € / m² |
| Hartnäckig / alt / mehrschichtig | 12–16 € / m² | 14–20 € / m² |
Niederdruck mit passendem Reiniger ist die erste Wahl für weichen Putz und Wärmedämmverbundsysteme, weil zu viel Druck die Oberfläche dauerhaft schädigen würde. Heißwasser-Hochdruck (rund 60–80 °C) löst Bewuchs und Schmutz auf robusten Flächen wie Klinker, Beton oder Metall gründlich und mit geringem Wasserverbrauch – das beschreibt auch Kärcher in seinem Verfahrens-Überblick. Bei empfindlichen oder denkmalgeschützten Flächen kommen schonende Strahlverfahren ins Spiel, die dann am oberen Ende der Spanne oder darüber liegen.
Aufschlag für Höhe und Zugang
Die Arbeitshöhe schlägt sich getrennt nieder, weil Gerät, Aufbau und Sicherung Geld kosten:
| Zugang | typischer Aufschlag |
|---|---|
| Erdgeschoss / vom Boden erreichbar | kein Aufschlag |
| Leiter / niedrige Anstellhöhe | gering |
| Hubsteiger (mehrgeschossig) | +2–5 € / m² + Tagesmiete |
| Gerüst (große oder verwinkelte Fassade) | Auf- und Abbau + Standzeit |
Algen, Grünbelag und andere typische Verschmutzungen
Der häufigste Grund für eine Fassadenreinigung ist Grünbelag. Algen, Flechten und Moose siedeln sich bevorzugt an feuchten, schattigen Wänden an – etwa auf der Wetterseite, an Nordfassaden oder dort, wo Bäume und Sträucher Schatten werfen. Sie sind in erster Linie ein optisches Problem, halten die Wand aber feucht. Daneben gibt es Verschmutzungen durch Abgase und Ruß, Ausblühungen, Vogelkot oder dunkle Schlieren entlang von Wasserläufen. Jede Art verlangt eine angepasste Behandlung – und genau das erklärt, warum der Quadratmeterpreis schwankt.
Verfahren je nach Untergrund
Wie bei der Graffitientfernung gilt: Das Verfahren richtet sich nach dem Material. Für robuste Flächen kommt häufig Heißwasser-Hochdruck zum Einsatz, der Schmutz und Bewuchs gründlich löst. Empfindliche Untergründe verlangen einen schonenderen, dosierten Druck und passende Reinigungsmittel, damit die Oberfläche nicht leidet.
| Untergrund | Typisches Verfahren | Hinweis |
|---|---|---|
| Putz | dosierter Niederdruck, schonende Mittel | weich, nicht aufreißen |
| Klinker | Heißwasser-Hochdruck + Mittel | saugend, Fugen beachten |
| Beton | Heißwasser-Hochdruck | je nach Dichte |
| Naturstein | schonendes Strahlverfahren | empfindlich, kein harter Druck |
| Metall / WDVS | dosiert, materialgerecht | besondere Vorsicht nötig |
Gerade bei Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) und weichem Putz ist Fingerspitzengefühl gefragt. Im Zweifel legen wir vorab eine kleine Testfläche an, bevor die ganze Wand drankommt – so siehst Du das Ergebnis und das Material bleibt geschützt.
Drei Beispielobjekte durchgerechnet
Damit die Zahlen greifbar werden, hier drei typische Fälle aus der Praxis (alle Preise netto, gerundet).
Beispiel 1: Einfamilienhaus, leichter Grünbelag
Verputztes Einfamilienhaus, rund 120 m² Fassadenfläche, Nordseite leicht vergrünt, gut von Leiter und Boden erreichbar. Schonende Reinigung im Niederdruck zu 10 € / m².
- Reinigung: 120 m² × 10 € = 1.200 €
- Höhenaufschlag: keiner (niedrige Anstellhöhe)
- Summe: ca. 1.200 € netto
Beispiel 2: Mehrfamilienhaus mit Klinker und Hubsteiger
Klinkerfassade, 240 m², drei Geschosse, alter und hartnäckiger Grünbelag, Hubsteiger nötig. Heißwasser-Hochdruck mit Spezialmittel zu 16 € / m² plus Höhenaufschlag.
- Reinigung: 240 m² × 16 € = 3.840 €
- Hubsteiger-Aufschlag: 240 m² × 3 € = 720 € + Tagesmiete ca. 400 € = 1.120 €
- Summe: ca. 4.960 € netto
Beispiel 3: Reinigung plus Imprägnierung
Gleiches Einfamilienhaus wie Beispiel 1 (120 m²), diesmal mit anschließender diffusionsoffener Imprägnierung zu 10 € / m², um den nächsten Befall hinauszuzögern.
- Reinigung: 120 m² × 10 € = 1.200 €
- Imprägnierung: 120 m² × 10 € = 1.200 €
- Summe: ca. 2.400 € netto
Die Beispiele zeigen den größten Hebel: Untergrund, Verschmutzung und vor allem die Höhe machen den Unterschied. Eine ebenerdige Reinigung kostet einen Bruchteil derselben Fläche in drei Geschossen mit Hubsteiger.
Höhe und Hubsteiger: Was sie ausmachen
Was vom Boden oder von einer kleinen Leiter erreichbar ist, lässt sich vergleichsweise günstig reinigen. Bei mehrgeschossigen Gebäuden brauchst Du hingegen ein Gerüst oder einen Hubsteiger, um sicher und gleichmäßig zu arbeiten. Das verursacht Zusatzkosten für Gerät, Aufbau und Sicherung, ist für ein sauberes Ergebnis und die Arbeitssicherheit aber meist unverzichtbar. Mein Tipp: Lass die gesamte Fassade in einem Durchgang reinigen, damit sich der Aufwand für die Höhenausstattung über die volle Fläche verteilt – einzeln nachordern wird teurer.
Imprägnierung: sinnvoller Zusatz oder nicht?
Nach der Reinigung kann eine Imprägnierung Deine Fassade wasserabweisend machen. Auf saugenden Untergründen und an feuchten, schattigen Lagen ist das oft sinnvoll, weil weniger Wasser eindringt und sich Grünbelag langsamer wieder bildet. Wichtig ist, dass die Imprägnierung diffusionsoffen ist – die Wand muss weiterhin atmen können, damit sich keine Feuchtigkeit im Bauteil staut. Ob sich der Aufpreis von rund 5 bis 15 € pro m² lohnt, hängt vom Untergrund, von der Lage und vom Zustand Deiner Fassade ab. Bei Flächen, die zusätzlich von Graffiti betroffen sind, kann eine Anti-Graffiti-Beschichtung Teil desselben Schutzkonzepts sein.
Steuerbonus: 20 % vom Finanzamt zurück
Das wird oft übersehen: Wohnst Du selbst in dem Gebäude, ist die Fassadenreinigung eine haushaltsnahe Handwerkerleistung nach § 35a EStG. Du kannst 20 % der Arbeits-, Anfahrt- und Maschinenkosten direkt von Deiner Steuerschuld abziehen – bis zu 1.200 € pro Jahr. Den genauen Wortlaut findest Du in § 35a EStG bei gesetze-im-internet.de.
Damit das klappt, achte auf zwei Dinge:
- Lohnanteil getrennt ausweisen: Auf der Rechnung müssen Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten getrennt vom Material stehen. Nur dieser Anteil ist absetzbar.
- Per Überweisung zahlen: Barzahlung erkennt das Finanzamt nicht an. Wir stellen Dir eine passende Rechnung aus.
Rechne das in Deine Kalkulation ein: Aus 2.000 € Arbeitskosten werden so faktisch nur 1.600 €. (Das ist eine allgemeine Information, keine Steuerberatung – im Zweifel frag Dein Finanzamt oder Deinen Steuerberater.)
Reinigung allein oder Schutz dazu?
Eine reine Reinigung stellt die Optik wieder her, schützt aber nicht vor erneuter Verschmutzung. Wer langfristig denkt, kombiniert die Reinigung mit einer Imprägnierung. So bleibt Deine Fassade länger sauber, und der Abstand bis zur nächsten Reinigung verlängert sich – was über die Jahre günstiger ist, als immer wieder von vorn anzufangen.
Fazit
Eine Fassadenreinigung kostet als Richtwert 8 bis 20 € netto pro m², bei einem Mindestauftrag ab rund 290 €. Den Ausschlag geben Verschmutzungsgrad, Verfahren, Fläche und vor allem die Höhe – wie die Beispiele zeigen, kann derselbe Quadratmeter ebenerdig oder im dritten Stock völlig unterschiedlich teuer sein. Gegen Algen und Grünbelag hilft eine fachgerechte Reinigung, eine diffusionsoffene Imprägnierung verlängert den Schutz, und über § 35a EStG holst Du Dir einen Teil der Arbeitskosten vom Finanzamt zurück.
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Häufige Fragen
Als Richtwert liegen die Kosten netto zwischen 8 und 20 € pro m². Leichter Algen- und Grünbelag im Niederdruck ist günstiger, hartnäckige Verschmutzung mit mehr Aufwand teurer. Der Preis hängt von Untergrund, Verschmutzungsgrad, Fläche und Arbeitshöhe ab. Bei kleinen Flächen greift in der Regel der Mindestauftrag.